So, nachdem ich ja nun schon wieder seit Monaten daheim bin, hab ich es nun doch noch geschafft, einen allerletzten Post zu veröffentlichen. Vielleicht liests ja wirklich noch jemand.
Wie viele wissen haben wir es uns ja in den Kopf gesetzt, die USA nach dem Praktikum per Wohnmobil zu durchqueren. East Coast => West Coast. Hannes, Nico, Burkal, Roman (Kumpel von Burkal) und ich. Das Ganze ging dann schon mal gut los. Denn an der Adresse, an der wir das Wohnmobil abholen sollen, war nichts. Per Telefon haben wir auch niemand erreicht. Von Anwohnern erfahren wir schließlich, dass die Firma vor etwa nem Monat weggezogen ist. Von der Zentrale der Firma, wo sich zunächst auch keiner auskannte, erfahren wir letztlich, dass es tatsächlich einen Umzug gab. Das Büro ist jetzt in der Bar eines ehemaligen Diner, nur wenige hundert Meter entfernt. Kein Schild vor der Tür, absolut gar nichts, was drauf hindeutet, dass man hier Wohnmobile kriegt. Natürlich auch keine Wohnmobile
Mit ein paar Stunden Verspätung konnte unser Roadtrip dann also doch losgehen. Gleich mal ein Hinweis vorneweg: Ich werde alles nur sehr oberflächlich beschreiben. Näheres kann ich euch dann persömlich erzählen. In den ersten beiden Tagen haben wir (bzw. in erster Linie der Roman) die Meilen dann nur so runtergespult. Die ersten wirklichen Landschaftsveränderungen sind mir in Oklahoma aufgefallen. Sehr große Felder gibt es hier. Und spätestens ab hier ging „unsre“ Interstate nur noch direkt geradeaus. In Texas wurde es dann außerdem richtig flach, so dass man teilweise bis zum Horizont sehen konnte. Alle paar Meilen sieht man mal ne Ranch, davon abgesehen gibt es nur unglaublich rießige Felder. Kurz vor New Mexico kamen dann die ersten Hügel und Felsen. Genau hier geht es dann auch los mit der unglaublich schönen Landschaft des Südwesten. Rund 50 Stunden nachdem wir losgefahren sind erreichten wir Santa Fe. 2000 Meilen lagen bereits hinter uns. Am nächsten Tag haben wir uns dann erst Mal Santa Fe angeschaut. In der ziemlich gmiatlichen Stadt findet man viele Häuser im Adobe-Stil (Lehmziegel). Nachmittags haben wir Santa Fe in Richtung Süden verlassen. Dabei haben wir eine „Nebenstraße“ anstatt der Interstate genommen. Die Strecke führte durch die Berge und war ziemlich schön. Wir kamen u.a. an einer ehemaligen Mine vorbei. Später waren wir dann noch im VLA (Very Large Array), einer Ansammlung von 27 rießigen Parabolschüsseln auf einem Plateau. Am Sonntag haben wir den Nationalpark Mesa Verde besichtigt. Hoch oben in den Bergen findet man alte Siedlungen, die unter Felsvorsprünge gebaut wurden. Am nächsten Tag ging es in Arches Nationalpark. Auch dieser Park war sehr schön. Wenn ihr da mal hinkommen solltet, müsst ihr unbedingt den Wanderweg hoch zum Delicate Arch mitnehmen. Das sind zwar gesamt (also hin und zurück) fünf Kilometer. Es lohnt sich aber auf jeden Fall. Die Szenerie oben ist einfach nur Wahnsinn und kann mit Fotos leider kaum eingefangen werden. Am Dienstag waren wir dann zunächst im Monument Valley, der Kulisse schlechthin für Filme, die im Wilden Westen spielen. Am Nachmittag dann zum Antelope Canyon, einer relativ kleinen engen Schlucht. Der Canyon wird regelmäßig überflutet und so haben sich im Laufe der Zeit die chaotischen Wände der Schlucht gebildet. Dadurch dass das Licht zum Teil in die Schlucht durchdringt, lassen sich hier tolle Fotos schießen. Am Ende hat uns eine der Guides, eine Angehörige der Navajo Indians, aus ihrem Leben erzählt. War schon interessant, da wir so auch mal etwas Kontakt zu den Nachkommen der Ureinwohner des Landes hatten. Nach nem kurzen Zwischenstop am Glen Canyon Damm sind wir dann zum Bryce Canyon Nationalpark gefahren, vor dessen Eingang wir uns nen Campingplatz gesucht haben. Auf dem Weg dorthin noch nen kruzen Abstecher zu den Coral Pink Sand Dunes. Der Sand der Dünen dort ist so unglaublich fein… Am Mittwoch Morgen dann zunächst in den Bryce. Sind in den nicht allzu tiefen Canyon auch runtergewandert. Der Aufstieg war trotzdem etwas anstrengend… Den zweiten Teil des Tages haben wir dann am Grand Canyon verbracht. Felsvorsprung suchen, Kopfhörer auf, Musik an, in die Ferne schweifen und einfach nur den Moment genießen. Zum Sonnenuntergang haben wir dann gemeinsam auf einem der Felsen Brotzeit gemacht. War wohl meine ungewöhnlichste Picknick-Location bisher
Am nächsten Tag sind wir dann in Las Vegas eingelaufen, wo wir uns in einem der Casinos auch ein Zimmer genommen haben. Das Krankste haben wir eigentlich gleich am Anfang entdeckt: Ein Drive-Thru zum Heiraten („Say I Do – Drive Thru“). Abends sind wir auf die Piste gegangen. Haben uns ein paar Shows angeschaut, bissl was getrunken und ein paar (wenige) Dollar verzockt. In Vegas darf man im übrigen drin rauchen und draußen trinken! In Jersey ist beides undenkbar. Insgesamt fand ich Vegas aber nicht so toll, hatte ich mir doch etwas schöner vorgestellt. Am Freitag Nachmittag sind dann zunächst noch zum nahe gelegenen Hoover-Damm. Danach gings in den letzten Staat unsres Trips: California, here we come! Obwohl es einen mehrstündigen Umweg bedeutete, haben wir das Death Valley, den tiefsten und heißesten Punkt der USA, auch noch mitgenommen. Unsre Reise endete dann im Prinzip wie sie begonnen hatte: In einer der größten Metropolen der Welt – Los Angeles! Ganze 4455 Meilen haben wir dabei zurückgelegt!
Ich hab zum Roadtrip keine Fotos mehr reingestellt, da dies den Rahmen sprengen würde
Jeder darf aber gern bei mir vorbeikommen und sich die Fotos anschauen. Ja… zum Schluss möchte ich mich noch bei allen bedanken, die regelmäßig diesen Blog gelesen haben. Der Counter hat gesamt immerhin 4500 Besucher gezählt. Ich hatte eine unglaublich geile Zeit in den USA und kann eine solche Erfahrung jedem nur empfehlen!
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